Wachsplatten zum Basteln und zur Verzierung von Taufkerzen

verschiedene farben arten kerzen

Wer gern kreativ ist, hat bei der Gestaltung individueller Kerzenschönheiten unzählige Möglichkeiten. Der Kreativmarkt bietet eine große Auswahl an Zubehör für das Kerzen selber machen. Ob verspielt romantisch, klassisch, edel oder ausgefallen, ob für Taufe, Hochzeit oder Gedenken – die Möglichkeiten sind so vielfältig wie das Leben selbst. Warum sollte man bei der Gestaltung nicht auf Wachsplatten verzichten?

Zur Grundausstattung des Kerzengestalters gehören neben dem Kerzenrohling vor allem sogenannte Wachsverzierplatten (auch einfach Wachsplatten) genannt. Ihre Anwendung soll hier vorgestellt werden.

 

Was sind Wachsplatten?

Wachsplatten sind ein wichtiger und vielfältiger Werkstoff für die Kerzengestaltung. Sie bestehen ebenfalls aus Kerzenwachs und werden im Handel meist in der Größe 10×20 cm angeboten. Es gibt sie aber auch in anderen Abmessungen. Die Farbpalette bei den Wachsplatten ist riesengroß. Und sollte doch nicht der passende Farbton dabei sein, kann man die Wachsplatten mit anderen Farben vermischen.

Die Wachsplatten lassen sich sehr gut verarbeiten. Motive können mit Schere oder Messer ausgeschnitten werden. Mit Ausstechformen und Schablonen ist es sogar noch leichter. Und ganz schnell geht es mit den schönen Stanzern, die man jetzt in jedem Bastelgeschäft findet. Die Wachsplatten erwärmen sich in den Fingern des Gestalters und können so gut geformt werden. So lassen sich schöne 3D-Effekte erzielen. Will man Wachsplatten ausstechen, hilft es, sie vorab ins Tiefkühlfach zu legen. Dann kann man sauberer arbeiten. Die Kosten für die Wachsplatten variieren. Im Durchschnitt liegen sie bei etwa 1,25 Euro pro Stück.

 

Die Arten von Wachsplatten im Handel

Wachsplatten aus Bienenwachs

Bei den klassischen Wachsplatten gibt es eine große Auswahl von etwa 50 Farbtönen. Und dazu kommen noch die Effekt-Wachsplatten. Marmoriert in den verschiedensten Nuancen, pastellig, gemustert mit unterschiedlichen Strukturen und Farbkombinationen.

Metallisch glänzend, edel mattiert, mit Patina, holografischen und leuchtenden Effekten oder wie irisierendes Perlmutt wirkend. Doch es müssen nicht immer die hochwertigen Fertigprodukte sein. Wachsplatten lassen sich wunderbar miteinander vermischen. Marmoreffekte und Farbverläufe können so selbst hergestellt werden. Außerdem gibt es auch transparente Wachsplatten. Die kann man nutzen, wenn man etwas durchpausen oder nachzeichnen möchte.

 

Was braucht man noch?

Wer sich einmal der Kerzengestaltung verschrieben hat, braucht vielleicht das eine oder andere zusätzliche Tool, um seine Kunstwerke in Szene zu setzen. Auch hier bietet der Kreativmarkt eine große Auswahl. Um die gestalteten Kerzen gut zu schützen, lohnt sich die Anschaffung von passenden Kerzenkartons mit Klarsichtdeckel und Schaumstoffunterlage. Ein Präzisionsschneider und eine Schneidematte sind für den fortgeschrittenen Kerzengestalter auch von Nutzen.




Kerzenmanschetten, -röckchen oder -schleifen werten die Kerze ebenfalls auf und schützen vor tropfendem Wachs, wenn die Kerze in der Hand getragen werden soll. Wer aus den Wachsplatten keine Motive herausschneiden möchte, nutzt sie als Untergrund und greift auf bereits fertige Motive aus dem Handel zurück. Auch Borten, Streifen, Ornamente, Perlen, Schriftfolien und vieles andere mehr kann schon fertig erworben werden.

 

Wie wendet man die Wachsplatten an?

Osterkerze selbst gemacht

Als erstes steht die Überlegung, welche Kerzenform für das Vorhaben geeignet ist. Soll es eine dekorative runde Kerze sein oder eine ausgefallene Pyramidenform? Wähle ich eine klassische Altarkerze oder gar eine dieser speziellen flachen Kerzen, auf denen man ganze Bildergeschichten erzählen kann? Die Wachsplatten können ganz verschiedene Funktionen erfüllen. Beispielsweise als farbiger Hintergrund, um Symbole besser hervortreten zu lassen. Oder als Mosaik angelegt, um Farben miteinander zu vereinen.

Aus den Wachsplatten lassen sich auch Symbole gestalten. So ergeben ein Kreis, ein Dreieck und zwei Flügelformen einen Engel. In Streifen geschnitten dienen die Wachsplatten als Konturen, können aber auch zu Bordüren oder anderem kunstvollen Flechtwerk werden. Aufgrund der leichten Handhabung können schon Kinder ihre eigenen Kerzen gestalten. Es regt ihre Fantasie und Feinmotorik gleichermaßen an. Auch Menschen, die sich selbst nicht für besonders kreativ halten, kommen mit der Kerzengestaltung schnell zu einem schönen Ergebnis.

 

Symbol für Licht und Leben: Taufkerzen

In einer kirchlichen Taufzeremonie spielt die Kerze als Lichtsymbol eine wichtige Rolle. „Jesus sagt, ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben“, heißt es in der Bibel (Joh,8/12). Was liegt da näher, als für diesen besonderen Anlass eine individuelle Kerze zu gestalten? Schließlich bekommt sie nach der Taufe einen besonderen Platz im Heim des Täuflings und wird in vielen Familien zum jeweiligen Geburtstag neu entzündet.

 

Wie sollte eine Taufkerze gestaltet sein?

Dafür gibt es keine festen Vorschriften, denn kommt ganz darauf an, welche Bedeutung die Kerze für die jeweilige Familie hat. Auf jeden Fall sollte der Name des Täuflings, sein Geburts- oder Taufdatum sowie entsprechende Taufkerzen-Motive auf der Kerze zu finden sein. Soll die Kerze in der Kirche in den Händen gehalten werden, wählt man ein leichteres Exemplar. Soll sie auch an jedem neuen Geburtstag brennen? Dann wird ein langlebiges, dickeres Modell gebraucht.

Üblich ist ein Durchmesser zwischen vier und sieben Zentimeter. Auch farblich gibt es keine Vorschriften. Bevorzugt werden meist weiße oder elfenbeinfarbene Rohlinge. Farbe wird dann durch Wachsplatten und weitere Accessoires aufgebracht.

Beliebt sind vor allem christliche Symbole. Hier eine kleine Auswahl und ihre Bedeutung:

  • Kreuz: Leiden und Auferstehung Christi
  • Fisch: Bekenntnis zur christlichen Glaubensgemeinschaft
  • Taube: Heiliger Geist / Frieden
  • Schiff: christliche Gemeinschaft
  • Engel: Schutz
  • Stern: Geburtszeichen / Stern von Betlehem

Immer beliebter werden auch Namensweihen, das weltliche Pendant zur Taufe. Sie sind ebenfalls eine Begrüßungsfeier für das neugeborene Kind, das auch hier oft Paten zur Seite gestellt bekommt. Und auch hier gibt es Symbole, die eine starke Aussagekraft haben.

  • Baum: Kreislauf des Lebens / Stabilität und Wachstum / Werden und Vergehen
  • Schmetterling: Wandlung / Leichtigkeit
  • Regenbogen: Verbundenheit / Lebensbrücke
  • Herz: Liebe / Zuneigung
  • Storch: Symbol für Kindersegen

 

Für die traditionelle Farbgestaltung bietet der Kreativmarkt eine große Auswahl an. Wachsplatten-Sets mit verschieden Rosatönen für die Mädchen-Taufkerze und Blautönen für die Taufkerze für Jungs. Dazu die passenden Ornamente – vielleicht ein silbernes Kreuz, eine weiße Taube oder ein farbenfroher Schutzengel – komplettieren die Kreation.

Wer sich für eine neutrale Taufkerze entscheidet, ist beispielsweise mit den Regenbogenfarben gut beraten. Warum nicht mal einen Schwarm bunter Schmetterlinge auf der Kerze aufsteigen lassen? Auch ein Hellgrün oder Gelb wirkt auf Taufkerzen frisch und fröhlich. Doch ob Blumenwiese, Teddybär oder Feuerwehrauto, ob himmelblau, rosenrot oder knallbunt – Fantasie kennt keine Grenzen.

Bücher zum Thema

  1. Stamm, Natalie und Annette Kunkel (2010): Kerzen für Familienfeste: Strahlende Lichter für besondere Anlässe. Frech Verlag, ISBN: 9783772438875*
  2. Renate Schätzl (2010): Festliche Taufkerzen. Verlag Christophorus, ISBN 9783838833118*
  3. Dawidowski, Marion u.a. (2014): Festliche Kerzen gestalten. Verlag Christophorus, ISBN 9783838835495*

 

Internetseiten mit Anleitungen

  1. www.familie.de
  2. https://www.youtube.com